Amadeo auf Winter-Wunder-Abenteuer

Amadeo und seine Winter-Wunder-Abenteuer – Interview

Amadeo Isenring verbringt diesen Winter mindestens 10 Nächte draussen. Im Iglu, in Schneehöhlen, unter 1’000 Sternen. Er freut sich bereits darauf. Was macht ein Wintertrekking zum Genuss?

Amadeo erzählt von Winter-Wellness-Höhlen, bissigen Schaufeln, Gemeinschaft und stillem Winterzauber. Und er verrät uns ein paar Tipps für die Winter-Ausrüstung.

Julia: Erzähle uns von deinem liebsten Winter-Outdoor-Abenteuer?

Amadeo: Da gibt es kein einzelnes. Am liebsten bin ich im Winter mit einer Gruppe mehrere Tage und Nächte draussen und das auf über 2000m Höhe in der Schweiz.

Die Stimmung, die dabei entsteht, ist einzigartig, vor allem in der Nacht: Die Stille, der klare Sternenhimmel, der glitzernde Schnee. Mit den Camps, die wir bauen, unter anderem mit einem alten farbigen Fallschirm als Dach, setzen in der Winterlandschaft farbige Akzente, die im Zusammenspiel mit den Reflexionen der Lichter eine zauberhafte Stimmung schaffen.

Julia: Was liebst du daran, im Winter draussen zu sein?

Amadeo: Die Stille, die Stimmung, das Knirschen des Schnees, das Bauen der Camps und das Miteinander in der Gruppe. Aber auch das Bauen der Unterkünfte: Iglu, Schneehöhlen, Schneebiwak,…

Julia: Woran unterscheidet sich ein Winter-Outdoor-Abenteuer von einem Sommer-Abenteuer?

Amadeo: Das Spezielle im Winter ist der besonders starke Fokus auf sich selbst, auf sein “Innen”. Wenn wir mehrere Tage im Schnee unterwegs sind, müssen wir besonders achtsam mit uns selber umgehen und unsere Kräfte schonen. Dadurch entwickeln wir ein vertieftes Verständnis für uns selbst, unsere Bedürfnisse, Kräfte und Stärken. Dadurch schärft sich das Bewusstsein für die wirklich wichtigen Dinge: ich merke dann oft, dass so manches Ärgernis aus dem Alltag eigentlich nicht die Energie wert war.

Julia: Was macht das mit dir?

Amadeo: Ich löse mich vom Alltäglichen, widme mich voll und ganz meinen Grundbedürfnissen. Das gibt mir ein Gefühl von Freiheit, Natürlichkeit und Ursprünglichkeit.

Julia: Wie gehts dir, wenn du dann wieder nach Hause kommst?

Amadeo: Phu, also zu allererst habe ich einfach nur zu warm. Ich sitze dann in Unterhosen zu Hause, weil ich einfach zu heiss habe.

Aber abgesehen von der Wärme fühle ich mich ruhig, frisch, geklärt und habe ein verstärktes Bewusstsein darüber, was mir wirklich wichtig ist im Leben. Dafür bin ich dankbar.

Julia: Womit kämpfst du? Welche Schweinehunde musst du überwinden? 😉

Amadeo: Für mich braucht es keine Überwindung, um mich in so ein Abenteuer zu stürzen. Aber wenn man längere Zeit in der Kälte ist, setzen die natürlichen Schutzfunktionen des Körpers ein. Ich sinke dann in eine zurückgezogene Haltung, vergleichbar mit einer Schildkröte, die den Kopf einzieht. Da raus zu kommen und wieder Haltung anzunehmen, braucht Überwindung. Ich muss mich aktiv entspannen um mich den Bedingungen hingeben zu können.

Julia: Welches Camp bevorzugst du? Welche Ausrüstung brauchst du dazu? 

Amadeo: Am liebsten schlafe ich in einer Schneehöhle mit einem schönen Ausblick auf die Winterlandschaft. Ich nenne das dann meine Wellness-Höhle.

Dafür brauche ich die Schaufel, aber natürlich auch eine gute Matte, einen warmen Schlafsack und was es sonst noch so fürs Wellnessfeeling braucht:)

Julia: Was ist deiner Meinung nach ein absolutes Must-Have?

Amadeo: Eine Schaufel! Beziehungsweise eine richtig gute Schaufel, sonst machts keinen Spass. Elementar. Etabliert hat sich dafür die Kodiak 3.1. Sie ist leicht, hat eine gute Grösse und lässt sich super effizient anwenden, sprich sie hat Biss beim Schaufeln.

Julia: Was machst du, wenn du frierst und keinen Ort hast, dich aufzuwärmem?

Amadeo: Bewegen, bewegen, bewegen. Auch wenn der Körper bei Kälte die oben erwähnte “Schildkröte macht”, ist Bewegung das einzige, was hilft. Auch bevor man in den Schlafsack kriecht! Aber normalerweise ergibt sich das von selbst. Denn es ist körperlich anstrengend, sich eine Unterkunft zu schaufeln. Das wärmt kräftig.

Mein Geheimtip bei kalten Füssen: Am Bauch eines anderen aufwärmen:)

Mit der richtigen Bekleidung kann man aber dafür sorgen, dass man nicht erst total auskühlt.

Julia: Apropoz Bekleidung. Was sind da deine Tipps?

Amadeo: Bei Kälte haben sich zwei Rezepte bewährt. Das eine ist der altbekannte Zwiebellook und das andere nennen wir “cotton kills”. Nicht umsonst sind viele Bekleidungsserien aus unterschiedlichen Schichten konzipiert. Wichtig dabei ist aber auch das Material der Schichten. Denn wenn man mehrere Tage in Schnee draussen ist und die Sachen nachts nicht zum trocknen aufhängen kann, ist der Feuchtigkeitstransport eine wichtige Eigenschaft. Daher auch das Prinzip “cotton kills”. Baumwolle trocknet am Körper nicht. Ich persönlich schwöre auf Merinowolle von Woolpower. Merinowolle hat die besten Eigenschaften für Winterabenteuer und während man die Kleidung von Woolpower trägt, muss man sich auch nicht verstecken. Als nächste Schicht trage ich Daune und ganz aussen kommt die wasserdichte Schicht.

Julia: Wie ernährst du dich? Worauf muss man achten?

Amadeo: Also ein Gurken-Toast kann ich nicht empfehlen. Besser ist es, warm zu essen und tendenziell mehr Kalorien und Fett zu sich zu nehmen als sonst. Auch das Trinken sollte nicht vernachlässigt werden, auch wenn man das Wasser nach ein paar Tagen nicht mehr schmecken mag. Da das Wasser von geschmolzenem Schnee stammt und dieser keine Mineralien enthält, schmeckt es nicht gut. Darum empfehle ich, Brausetablette und Bouillon mitzunehmen. Vorallem Bouillon hat sich bewährt, da sie wärmt, Energie liefert und den Mineralhaushalt ausgleicht. Und vor allem ist sie lecker.

Julia: Danke, Amadeo, für das Interview! Wir wünschen dir besinnliche und abenteuerliche Momente auf deinen Wintertrekkings!

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