
Der richtige Schlafsack
Schlafsäcke gibt es in vielen Ausführungen – Temperaturbereich, Daunen oder synthetische Füllung, Aussenmaterial…
Die Auswahl des richtigen Schlafsacks hat grosse Auswirkungen auf unser Wohlbefinden auf Tour. Wenn du die ganze Nacht frierst, bist du am Morgen nicht gut erholt und weniger leistungsfähig.

Übersicht
Diese Faktoren schauen wir uns im Detail an. Du kannst alles durchlesen oder direkt zu den für dich relevanten Abschnitten springen.
Temperaturbereich
Temperaturbereich aufwerten
Material
Passform
Anwendungsbereich
Quilts
Tipps & Tricks

Temperaturbereich
Jeder Schlafsack hat drei Temperaturangaben:
Komfort
bei dieser Temperatur schläfst du komfortabel nackt oder in Unterwäsche
Limit
schlafen in langer, dickeren Unterwäsche oder zusätzlichen Kleidern
Extrem
bei dieser Temperatur stirbst du nicht, riskierst aber Gesundheitsschäden


Die Grundleistungsfähigkeit von Schlafsäcken liegt irgendwo in der Schnittmenge von Komfort und Limit. Da das Wärmeempfinden von Mensch zu Mensch aber sehr unterschiedlich ist, sind diese Angaben nur als Richtwert zu verstehen.
Bei vielen Herstellern wird die Komforttemperatur auch als Frauen- und Limit als Männer-Temperatur angegeben. Das finden wir so aber eher undifferenziert.
Wenn du schnell frierst, orientierst du dich eher an der Komforttemperatur.
Wenn du eher kälteresistent bist, an der Limittemperatur.
Die Extremtemperatur tut eigentlich nichts zur Sache, muss aber von den Herstellern angegeben werden. Deshalb kannst du diese getrost ignorieren.
Temperaturbereich aufwerten
Grundsätzlich kann ein Schlafsack mit Inlet, zusätzlicher Kleidung in der Nacht oder einer Comforter Daunendecke aufgewertet werden.

In diesem Zusammenhang hört man immer wieder, dass es schlecht sei, Kleidung im Schlafsack zu tragen. Das ist aus unserer Sicht Blödsinn.
Hierzu kurz eine Erklärung, wie ein Schlafsack eigentlich funktioniert:

Durch bauschendes Füllmaterial (z.B. Daunen) wird im Schlafsack Luft eingeschlossen. Wenn du im Schlafsack liegst, wärmst du mit deiner Körperwärme diese Luft auf.
Wenn du nun Kleidung trägst (z.B. eine Daunenjacke), braucht deine Körperwärme länger, bis sie die Schlafsackschicht erreicht. Soweit so richtig. Das ist dann auch das Argument gegen Kleider.
Aber in dieser Zeit liegst du ja in den bereits aufgewärmten Kleidern. Das Endresultat (wenn dann deine Wärme auch den Schlafsack erreicht hat) ist trotzdem ein aufgewerteter Temperaturbereich. Das wird gerne unterschlagen.
Bei dieser Diskussion geht es meistens vor allem darum, mehr und wärmere (somit teurere) Schlafsäcke verkaufen zu können!
Trotzdem sind wir der Meinung, dass ein Schlafsack für den Hauptverwendungszweck genügend warm gewählt werden sollte. Nur für gelegentliche Verwendung bei tieferen Temperaturen sollte er dann aufgewertet werden.

Material
Füllung Daunen
+ leichter
+ kleineres Packmass
+ weicher (angenehmer zum Drinliegen)
+ atmungsaktiver
– anfälliger auf Feuchtigkeit
Füllung synthetisch
+ weniger anfällig auf Feuchtigkeit
+ günstiger
– schwerer
– grösseres Packmass
– etwas “brettig” zum Drinliegen
Für uns überwiegen die Vorteile der Daunenfüllung nach wie vor, auch wenn die Synthetikfasern punkto Gewicht und Geschmeidigkeit in den letzten Jahren etwas aufgeholt haben.
Der Hauptvorteil von Synthetik – weniger feuchtigkeitsanfällig – ist in den meisten Anwendungsfällen nicht so relevant, wenn du ein wenig auf deinen Schlafsack aufpasst.
Wenn du auf einem Einhandsegelboot unterwegs bist, oder einen Monat lang Grönland durchquerst, kann es evtl. Sinn machen einen Synthetik-Schlafsack zu wählen. Ebenso, wenn du vor allem mit Biwaksack unterwegs bist (wegen des Kondenswassers). Oder für Jugendliche in der Pfadi…

Daunenqualität
Die Qualität der Daunenfüllung wird mit dem «Cuin» Wert angegeben. Doch was heisst das?
Dieser Wert bezeichnet die Bauschkraft der Daunen – je höher der Wert desto hochwertiger die Daunen.
Um diesen Wert zu ermitteln wird eine genormte Menge Daunen (ca. 30g) in einen genormten Glaszylinder gepresst. Nach einer genormten Zeit (24h) wird gemessen, wie sehr sie sich ausgedehnt hat. Hier etwas mehr Info dazu (und hier the full monty für die Tech Nerds).
Deshalb «cuin» – das steht für «cubic inches».
Da besser bauschende Daunen mehr Luft speichern können, braucht es weniger davon um die gleiche Wärmeleistung zu erreichen. Darum ist ein Schlafsack mit 600er Daunen schwerer als einer mit 850er, bei gleicher Wärmeleistung.

Manche Daunen werden sogenannt hydrophob behandelt. Das ist eine Imprägnierung, welche die Daunen wasserabweisender und so weniger feuchtigkeitsanfällig macht.
Die hydrophobe Behandlung treibt auch den Cuin Wert nach oben, das lässt aber mit der Zeit etwas nach. Ebenso nimmt die wasserabweisende Wirkung der Imprägnierung mit der Zeit etwas ab.
Hydrophob behandelte Daune kann ein Plus sein, finden wir aber nicht zwingend nötig.


Passform

Bei einem zu knapp gewählten Schlafsack entstehen Kältebrücken dort, wo das Material spannt. Meistens ist das dann an den Füssen, und dort willst du auf keinen Fall kalt haben während der Nacht!
Bei viel zu grossen Schlafsäcken musst du zu viel Luft aufwärmen, was in einer verminderten Leistung des Schlafsacks resultieren kann.
Wähle deinen Schlafsack möglichst passend zu deiner Körpergrösse. Im Zweifelsfall lieber etwas zu lang als zu knapp.
Manche Schlafsäcke sind etwas weiter geschnitten (bei uns z.B. Panyam 450 und 600). Das erlaubt etwas mehr Bewegungsfreiheit und ermöglicht das Tragen von zusätzlicher Kleidung oder die Verwendung einer Daunendecke um den Temperaturbereich aufzuwerten.
Last but not least: Den Reissverschluss wählt man in der Regel auf der anderen Seite als die stärkere Hand. Rechtshänder wählen einen Schlafsack mit Reissverschluss links. Linkshänder einen mit Reissverschluss rechts.

Anwendungsbereich
Um den richtigen Schlafsack auszuwählen, musst du wissen, wofür du ihn einsetzen willst.
Hierbei ist vor allem das «Wann» und das «Wo» entscheidend.
Es nützt dir wenig, wenn du eine warme Wintertüte kaufst, aber eigentlich zu 98% im Sommer unter der Baumgrenze unterwegs bist.
Wir teilen die Schlafsäcke in verschiedene Klassen ein:
2-Saison
Einsatz von späterem Frühling bis früher Herbst in gemässigten Gebieten

3-Saison
Einsatz von Frühling bis Herbst, auch über der Baumgrenze

Winter
Warme Schlafsäcke für den Wintereinsatz (und Gfrörlis)

Die Saisonangaben werden z.T. mit einem «+» ergänzt um die Grobeinteilung noch etwas zu verfeinern.
z.B. Panyam 600 von Cumulus: 3-Saison+ – Dieser Schlafsack mit Komfort -6°C / Limit -13°C kann von Personen, die nicht so kälteempfindlich sind, auch im Winter verwendet werden.
Wo du deinen Schlafsack benutzen willst, hat grossen Einfluss auf die Auswahl und kann die Saison-Einteilung sehr ungenau machen.
Sobald du den Schlafsack in den Bergen (oberhalb Baumgrenze, ab ca. 2000m) verwenden willst, muss er etwas wärmer sein. Dort kann das Thermometer auch im Hochsommer in der Nacht unter 0°C fallen.
Wenn du ausschliesslich in tieferen Lagen unterwegs bist oder v.a. in Südeuropa, kann dein Schlafsack auch deutlich leichter sein.

Ein Schlafsack mit Komforttemperatur um 0°C (und damit 3-Saison) ist die wahrscheinlich vielseitigste Wahl für fast jeden Einsatzzweck (ausser Winter).
Im Hochgebirge oder wenn du gelegentlich im Winter unterwegs bist, sollte er etwas wärmer sein (z.B. Panyam 600). Für reinen Sommereinsatz weniger warm.
Wenn du regelmässig auch im Winter unterwegs bist, solltest du dir überlegen zwei Schlafsäcke anzuschaffen.


Quilts
Eine eher neuere Alternative zu einem herkömmlichen Schlafsack sind Quilts. Diese sind vor allem in der Ultralight Community sehr beliebt.

Ein Quilt ist im Prinzip ein 3/4 Schlafsack. Unten (zur Isomatte hin) ist es offen. Um ein Verrutschen zu verhindern wird es mit Bändern um die Matte fixiert.
Quilts sind dadurch leichter als herkömmliche Schlafsäcke, erfordern aber etwas Übung.
Die Idee dahinter ist, dass dort, wo man liegt, die Daune sowieso komprimiert wird und nicht wärmt. Deshalb lässt man diesen Teil einfach weg. Der Rest ist wie ein normaler Schlafsack gebaut – ausser dass Quilts auch keine Kapuze haben.
Üblicherweise kann das Quilt am Hals mit einem Kordelzug verschlossen werden.
In der Regel hat ein Quilt eine voll geschlossene Fussbox (z.B. Vesper von Therm-a-Rest) oder eine verschliessbare Fussbox (z.B. The Quilt von Cumulus). So sind die Füsse gut vor Kälte geschützt.

Quilts werden auch gerne in einer Hängematte verwendet. Da heissen sie dann oft Top-Quilt, da es auch solche für unter die Hängematte gibt, sogenannte Under-Quilts. Diese werden unter die Hängematte gehängt, damit die Daunen nicht komprimiert werden.


Tipps & Tricks
Daunenjacke: Nimm deine Daunenjacke mit in den Schlafsack. So hast du jederzeit die Möglichkeit etwas mehr Isolation zu bekommen. Ich benutze meine Daunenjacke oft wie eine Decke über meinen Oberkörper. Richtig anziehen kann man sie dann immer noch wenn die Deckenmethode nicht ausreicht.
Inlet: Gibt es in verschiedenen Ausführungen von Seide über Merino bis Thermomaterial. Wir finden vor allem ein leichtes Seideninlet (Seidenschlafsack in Mumienform) sinnvoll. Weniger wegen der Temperatur (ca. 2-3° mehr) sondern weil es den Schlafsack etwas vor Verschmutzung (z.B. durch Schweiss) schützt und sich der Seidenschlafsack viel einfacher waschen lässt als eine Daunentüte.

Daunendecke (Comforter): Kann in den Schlafsack genommen werden und bringt so (je nach Ausführung der Decke) einen enormen Wärmezuwachs. Bedingung ist, dass der Schlafsack genügend breit geschnitten ist. Bei einer sehr schmalen Passform wird sonst beides zusammengedrückt und der gewünschte Effekt wird nicht erreicht. Ausserdem kann die Decke auch sonst vielseitig eingesetzt werden.

Hier noch ein paar Dinge, die du auch beachten solltest, damit du nachts nicht frierst:
Wenn du bereits kalt hast, wenn du in den Schlafsack kriechst, kann es sehr gut sein, dass du deinen Schlafsack nicht warm kriegst (weil deine Körperwärme eigentlich das ist, was den Schlafsack aufwärmt – siehe oben). Im Zweifelsfall rennst du drei Runden um dein Camp um dich aufzuwärmen, bevor du schlafen gehst.
Wenn du nicht genug gegessen hast, läuft die Heizung in deinem Körper auch nicht richtig. Ein Punkt, der gern missachtet wird.
Wenn du eine volle Blase hast, versucht dein Körper diese Flüssigkeit warm zu halten. Diese Energie fehlt dann für den Rest des Körpers. Geh also vor dem Schlafen pinkeln, auch wenn du dich zwingen musst! Ausserdem ist es wirklich nicht cool, wenn du dich in der Nacht aus dem Schlafsack schälen musst um pinkeln zu gehen.
Wenn du tagsüber viel geschwitzt hast, solltest du zum Schlafen etwas anderes anziehen. Das Salz vom Schweiss in der Kleidung entzieht deinem Körper Wärme. Nasse Kleidung sollte auch gewechselt werden.
Allerdings ist der beste Ort um Kleidung zu trocknen in deinem Schlafsack (z.B. am Fussende). Dies ist vor allem im Winter oft die einzige Art etwas trocken zu kriegen.
Und wenn du mit all diesen Massnahmen trotzdem immer noch regelmässig kalt hast in deinem Schlafsack, hast du ihn zu wenig warm ausgesucht…
Schlafsäcke & Quilts
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Daunen-Schlafsack | Winter | -15°/-23° | Teneqa 850 | Cumulus
Preisspanne: CHF 579.00 bis CHF 629.00 -
Daunen-Schlafsack | 3-Saison+ | -6°/-13° | Panyam 600 | Cumulus
Preisspanne: CHF 440.00 bis CHF 480.00 -
Daunen-Schlafsack | 3-Saison | 0°/-6° | Panyam 450 | Cumulus
Preisspanne: CHF 388.00 bis CHF 429.00 -
Daunen-Schlafsack | 2-Saison+ | +4°/ 0° | Lite Line 300 | Cumulus
Preisspanne: CHF 309.00 bis CHF 349.00 -
Daunen Quilt | 3-Saison | -1°/ -7° | 650g | The Quilt 450 | Cumulus
CHF 479.00 -
Daunen Quilt UL | 3-Saison | 0°/ -6° | 549g | Vesper Vapor | Therm-a-Rest
Preisspanne: CHF 439.00 bis CHF 465.00 -
Daunen Quilt | 2-Saison+ | +3°/ -2° | 495g | The Quilt 300 | Cumulus
CHF 410.00 -
Daunen Quilt UL | 2-Saison | 5°/ 0° | 435g | Vesper Ether | Therm-a-Rest
Preisspanne: CHF 369.00 bis CHF 385.00 -
Daunendecke | Comforter M400 | nur 560g | Cumulus
CHF 299.00 -
Daunendecke | Comforter XL700 | Cumulus
CHF 479.00 -
Daunendecke/Quilt/Poncho | nur 370g | Roamer 150 | Cumulus
CHF 279.00 -
Schlafsack synthetisch | 3-Saison | 0°/-6° | Saros 20 | Therm-a-Rest
Preisspanne: CHF 219.80 bis CHF 229.80 -
Schlafsack-Liner | Rip-Stop Seide | tuareg | Mummy Liner | Cocoon
CHF 99.80 -
Seidenschlafsack | Rip-Stop Seide | tuareg | Travel Sheet | Cocoon
CHF 109.80 -
Teneqa 850/NeoAir XTherm NXT Bundle
Ursprünglicher Preis war: CHF 928.80CHF 768.60Aktueller Preis ist: CHF 768.60. -
Panyam 600 / NeoAir XTherm NXT Bundle
Ursprünglicher Preis war: CHF 779.80CHF 643.50Aktueller Preis ist: CHF 643.50. -
Panyam 450 / NeoAir Xlite NXT Bundle
Ursprünglicher Preis war: CHF 698.00CHF 557.10Aktueller Preis ist: CHF 557.10. -
LiteLine 300 / NeoAir Xlite NXT Bundle
Ursprünglicher Preis war: CHF 618.00CHF 486.00Aktueller Preis ist: CHF 486.00. -
Quilt | 2-Saison | 510g | Taiga 250 | Cumulus
CHF 275.00 -
Quilt | 3-Saison | 635g | Taiga 360 | Cumulus
CHF 315.00 -
Kompressionsbeutel 5L | Compression Bag Ultralight | Cocoon
CHF 28.00 -
Kompressionsbeutel 10L | Compression Bag Ultralight | Cocoon
CHF 31.00 -
Kompressions-Rolltopbeutel 13L | Evac UL 13L Compression Dry Bag | Sea to Summit
CHF 43.00 -
Kompressions-Rolltopbeutel 3L | Evac UL 3L Compression Dry Bag | Sea to Summit
CHF 29.00 -
Kompressions-Rolltopbeutel 5L | Evac UL 5L Compression Dry Bag | Sea to Summit
CHF 33.00 -
Kompressions-Rolltopbeutel 8L | Evac UL 8L Compression Dry Bag | Sea to Summit
CHF 37.00 -
Night Glow Zipper Pulls | 2Stk. | MSR
CHF 10.90




























