Vielfalt und Leichtigkeit (nicht nur) beim Schlafen Outdoor: Tarp-Serie Teil 1 – Überblick

Vielfalt und Leichtigkeit (nicht nur) beim Schlafen Outdoor

Tarp-Serie Teil 1: Überblick

In dieser Serie zeigen wir, was sich mit Tarps alles anstellen lässt und warum sie so nützlich sind. Das dürfen Sie in den nächsten Folgen erwarten:

  1. Teil: Überblick zu Tarps (und warum nicht Zelt)
  2. Teil: Pizolino (Piz Mini): Das kleine und günstige Schutzzelt aus PE-Folie
  3. Teil: “Diagonal hoch”: Campbau mit dem Tarp schnell, einfach und mit Aussicht
  4. Teil: Modell “Sahara”: ein praktisches Kleingruppencamp aus PE-Tarps
  5. Teil: Modell “Blitz”: Das Camp wenn es schnell gehen muss
  6. Teil: Modell “0815”: Camp aus eine Tarp mit nur einem Stützpunkt

Tarp versus Zelt

Tarps sind leicht, klein und sehr vielfältig einsetzbar. Darum sind sie super für’s Trekking geeignet. Doch viele Menschen haben Bedenken. Vor allem wegen der fehlenden Wände bei Wind und Regen. Sie packen daher lieber ein Zelt samt Gestänge ein. Doch Zelte haben einige schwerwiegende Nachteile:

  • Sie sind mit 2-3 kg schwer und brauchen viel Platz im Rucksack
  • Sie brauchen mit Vorzelt und Abspannung einen grossen, ebenen Stellplatz  (wer im Wald, am Flussufer oder im alpinen Gelände schonmal in der Dunkelheit 3h nach einem geeigneten Zeltplatz gesucht hat, weiss was ich meine)
  • Der Aufbau dauert vergleichsweise länger (ein Tarp spannen wir auch in der Mittagspause als Schattenspender mal schnell auf)
  • Durch die vielen Komponenten sind Zelte anfälliger (klar, man kann gebrochene Stangen mit Ducktape reparieren 😉
  • Die Aussicht aus dem Zelt ist meist sehr begrenzt (stellen Sie sich vor, sie sind am Ort Ihrer Träume, 360°-Panorama und sie müssen ins Zelt, uaaaaah!)

Zelte – gute Zelte – sind ausserdem ziemlich teuer. Zum einen ist es der Anschaffungspreis (ein gutes, leichtes Zelt kostet schnell mal CHF 1’000 und mehr). Hinzu kommt, dass man manchmal alleine, manchmal zu zweit oder zu dritt unterwegs ist. Entweder man kauft also eine Zelt-Variante (z. B. für zwei Personen) und schleppt, wenn man alleine unterwegs ist ein halbes Zelt umsonst mit. Und zu dritt quetscht man sich… Oder man kauft sich zwei Zelte.

Mit einem Tarp ist man viel flexibler. Man braucht lediglich eine ebene Schlaffläche. Für die meisten Menschen sind das weniger als 2 Quadratmeter. Sie kann zwischen Bäumen und Steinen, auf Felsen oder zur Not (und nur zu Not) auch mal auf dem Wanderweg am Hang sein. Hier gibt es übrigens eine Auswahl von Bildern zu den schönsten Schlafplätzen. Lassen Sie sich inspirieren.

Dem Tarp ist es fast egal, über welchem Grund es gespannt wird. Als Ankerpunkte dienen Bäume, Felsen, Grasbüschel, Wanderstöcke, Äste, Kanus, Paddel uvm. Unter einem Tarp mit etwa 2.5 x 3.0m hat man gut zu zweit Platz (das sind je nach Tarp zwischen 150 g und 350 g pro Person – ultraleicht). Und wenn jeder sein Tarp mitträgt, ist das Zusatzgewicht vertretbar.

Natürlich gibt es Situationen, in denen auch wir ein Zelt dabei haben (z.B. auf einer Reise nach Island). Aber Tarps kommen mit Wind, Regen und fast allem anderen klar. In dieser Beitragsserie zeigen wir, wie das gelingt.

Die Sache mit den “Käfern” und dem “Wasser von unten”

Häufig vorgebrachte Bedenken gegenüber dem Tarp sind folgende:

  • Unter dem Tarp bin ich nicht geschützt vor Käfern (u. ä. Monstern)
  • “Man kann von unten feucht werden”

Käfer sind eines der meisten überschätzten Probleme beim Tarpen. Uns ist kein Fall bekannt, in dem Menschen beim Tarpen durch Käfer ernsthafter Schaden entstanden ist. Problematisch sind zuweilen Mücken (hier hilft ein Moskitonetz, das gut unter dem Tarp gespannt werden kann). Unangenehm sind mitunter Schnecken. Da hilft eine sorgfältige Platzwahl.

Feuchtigkeit von unten ist ebenfalls überbewertet. Wichtig ist:

  • ein geeigneter Platz: wir wählen einen Platz, wo bei Regen das Wasser nicht zusammen-, sondern gut abläuft
  • eine gute Unterlage: z. B. ein Z-Lite

Wir richten uns jeweils so ein, dass wir den leeren Rucksack, die Regenjacke und ähnliches um das Bett positionieren, sodass wir vor Wind und Regen gut geschützt sind. Keine gute Idee ist, eine wasserdichte Folie als Unterlage zu verwenden. Wenn Wasser auf die Folie läuft, liegt man im Wasser.

Doch jetzt zu den Tarps:

Tarps: Highend, solide oder richtig günstig – alles ist möglich

Das Tarp ist einer der wenigen Artikel, von denen wir im Shop drei Produkte führen. Das hat seinen Grund. Ein gutes (leichtes und stabiles) Tarp ist zusammengelegt nicht grösser als eine kleine Packung Nudeln und wiegt lediglich zwischen 300 g und 700 g. Aber diese Vorteile haben einen Preis.

Die Highend-Variante

Wir führen ein Highend-Ultraleicht-Tarp, das Flat-Tarp von Hyperlite aus Dyneema – die Deluxe-Version. Es ist das leichteste und robusteste Tarp auf dem Markt. In diese Variante investieren Leute, die oft nomadisch unterwegs sind und ein sehr leichtes, robustes und verlässliches Dach suchen.

Die Variante solide

Etwas günstiger ist das Nordisk Tarp Voss S aus Nylon. Das Tarp ist mit 660 g in der kleineren Variante etwas schwerer als das Flat-Tarp, aber immer noch sehr leicht. Nylon ist etwas elastischer als Dyneema. Beim Aufstellen sollte man beachten, dass die Innenseite bei Regen etwas feucht werden kann. Man sollte also genug Platz zwischen Bewohnern und Tarp lassen. Das Tarp von Nordisk bietet ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Und wie man auf den Bildern sieht, haben wir es oft (sogar im Winter) mit dabei.

Die Blache – Variante günstig

Schliesslich kann man auch eine einfache PE-Plane (schweizerdeutsch: Blache) zum Campbau verwenden. Geeignete PE-Folien bekommt man im Baumarkt ab CHF 15-20. Wir führen eine etwas hochwertigere (die beste Blache) im Shop. Sie ist UV-stabilisiert, hat verstärkte Ecken, Ränder sowie Ösen (in 1 m Abstand). PE-Folien verwenden wir vorwiegend für Gruppencamps und wenn wir ordentlich Transportkapazität zur Verfügung haben. Denn die Blachen brauchen gegenüber den Tarps deutlich mehr Platz und sind schwerer. Dafür sind sie sehr robust, absolut wasserdicht und eben sehr günstig.

übrigens: Wir verwenden Tarps mitunter auch als Segel, als Poncho, als Wassersammelstelle uvm. Und du?

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